06. Oktober 2019

Welche Assistenzsysteme gibt es in LKW?

Den Verkehr sicherer machen und dabei den Komfort im Alltag für Dich als LKW-Fahrer steigern? Genau das ist das Ziel der vielen Assistenzsysteme. Damit Du den Überblick behältst und verstehst, welcher Assistent Dir wann helfen kann, haben wir sie in diesem Artikel aufgelistet und erklärt.

Welche Assistenzsysteme gibt es in LKW?

Der Verkehr birgt viele Risiken und Gefahrensituationen. Ob es enge Straßen, Radfahrer, Fußgänger oder auch Überholmanöver und unaufmerksame Verkehrsteilnehmer sind. Assistenzsysteme in LKW sollen LKW-Fahrer entlasten und den Verkehr für alle Beteiligten sicherer machen. Dabei können Sekunden entscheidend sein um Unfälle zu vermeiden. Außerdem können einige Assistenzsysteme auch dabei helfen effizienter und ökologischer zu fahren. Die meisten der hier vorgestellten Assistenzsysteme sind Sonderausstattungen. Deshalb kann es gut sein, dass Dein LKW nicht über alle Systeme verfügt.


toter winkel

Das Totwinkel-Kamera-System

Dieses System macht den Arbeitsbereich moderner LKW überschaubar. In der Regel werden 4 Kameras und ein Bildschirm verbaut, die für den Fahrer das früher Unsichtbare sichtbar machen. Eine Heckkamera, eine Frontkamera und jeweils eine Seitenkamera ermöglichen dem Fahrer eine 360 Grad Ansicht des LKW. Das Display zeigt automatisch das in dem jeweiligen Moment relevante Bild, wie beim Rückwärtsfahren beispielsweise das Bild der Heckkamera. Besonders in engen Straßen und in der Umgebung von Radfahrern und Fußgängern ist dieses System sehr hilfreich.


Kollisionswarnung und autonome Bremsung

Besonders in Kreuzungsbereichen und beim Abbiegen ist die Kollisionsgefahr mit Fußgänger und Radfahrern hoch. Das System erkennt mithilfe von Sensoren Objekte oder Personen im Gefahrenbereich, warnt den Fahrer zunächst mit Signalen, kann jedoch auch autonom bremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Auch auf der Autobahn ist dieses System sehr nützlich. Es ermöglicht nämlich die Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge und stehende Hindernisse in der eigenen Fahrspur bei Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. Die Sensoren erfassen die Geschwindigkeit und den Abstand des Vorausfahrenden Fahrzeugs und weisen auch in diesem Fall zunächst akustisch und optisch auf die mögliche Gefahr hin. Falls erforderlich führt das Fahrzeug dann eine autonome Teilbremsung, oder im Ernstfall sogar eine Vollbremsung durch. Der Fahrzeugführer kann jedoch selbstverständlich eingreifen, falls eine autonome Bremsung nicht erforderlich sein sollte.

Du interessierst dich für das Thema Sicherheit im Straßenverkehr? Dann schau mal hier vorbei: Sicherheit im Straßenverkehr - Sicherheitstipps für LKW-Fahrer


unfall

Abbiegeassistent: Kollisionswarnung beim Abbiegen oder Spurwechsel

Sensoren überwachen permanent die Seiten des LKW in gesamter Zuglänge und einer Fahrspur-Breite. Wenn sich ein Objekt in der Gefahrenzone befindet, blinkt in der Regel eine Lampe, die den Fahrer darauf hinweisen soll. Bei unmittelbarer Kollisionsgefahr wird der Fahrer außerdem durch ein akustisches Signal gewarnt, was wichtige Sekunden Reaktionszeit zur Verhinderung eines Unfalls ergeben kann. Besonders bei einem Spurwechsel auf der Autobahn sind diese Sensoren Gold wert, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet und der Wechsel der Spur so einen Unfall zur Folge haben könnte.


autobahn verkehr

Spurhalteassistent

Seit 2015 ist dieses Assistenzsystem für alle LKW gesetzlich vorgeschrieben. Eine Frontkamera erfasst die Position des LKW auf der Fahrspur. Bei Verlassen der Spur ertönt meist ein akustisches Warnsignal, bei bestimmten Systemen kann jedoch auch aktiv in den Lenkungsvorgang eingegriffen werden. Bei eingeschaltetem Blinker oder während eines Bremsvorgangs wird der Fahrer nicht gewarnt.


Abstandsregeltempomat

Sowohl im Stadt- als auch im Fernverkehr erfordert die Einhaltung des richtigen Sicherheitsabstandes viel Aufmerksamkeit. Radarsensoren können den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug festellen und im Zusammenspiel mit dem aktivierten Tempomat die Geschwindigkeit nach oben oder unten anpassen. Dies kann nicht nur Auffahrunfälle verhindern, sondern stellt auch für den LKW-Fahrer eine Entlastung dar und macht die Fahrt komfortabler.
Außerdem wird durch die direkte Reaktion des Assistenten auf die Geschwindigkeit des Vorausfahrenden abruptes Abbremsen und Beschleunigen verhindert, was den Tank schont und somit ökologischer ist.


stau

Arbeitsscheinwerfer

Diese Scheinwerfer leuchten beispielsweise den Bereich der ersten Antriebsachse aus, was mehr Übersicht beim Rangieren bei Dunkelheit gewährleistet. Besonders bei schlecht ausgeleuchteten Rasthöfen, Parkplätzen oder Laderampen sind diese Scheinwerfer sehr nützlich.


Geschwindigkeitsbegrenzung beim Rückwärtsfahren

Insbesondere beim rückwärts Fahren sind die großen LKW nicht leicht überschaubar. Eine Drosselung der Geschwindigkeit im Rückwärtsgang auf höchstens 9 km/h gibt dem Fahrer stets genug Zeit die Umgebung während des Manövers zu überblicken und gewährleistet so höhere Sicherheit für den Fahrer, den LKW und alle Personen und Objekte im Rangierbereich.


nebel

Regen- und Lichtsensor

Das Fahren bei Regen und Dunkelheit erfordert besonders viel Konzentration. Der Lichtsensor bewirkt, dass bei Einsetzen der Dämmerung die Scheinwerfereinstellung automatisch angepasst wird. Bei Regen fängt automatisch der Scheibenwischer, abhängig von der Stärke des Niederschlags, an zu arbeiten. So wird gewährleistet, dass der LKW-Fahrer selbst bei schwierigen Bedingungen die bestmögliche Sicht auf den Verkehr behält.


Rückfahrassistent

Rückwärtsfahren ist mit tonnenschweren LKW eine besondere Herausforderung. Gerade das Zentimeter genaue rangieren an eine Rampe erfordert viel Erfahrung und kostet Nerven. Dieser Assistent leistet Abhilfe, da der Fahrer sowohl optisch, als auch akustisch unterstützt wird. Auf dem Bildschirm wird dank der Heckkamera der Weg zur Rampe je nach Einschlag des Lenkrades angezeigt und ein Piepton signalisiert den Abstand zu dieser oder anderen Hindernissen, sodass Dich das nächste Manöver nicht mehr so viel Zeit und Nerven kostet.


Assistenzsysteme sind in Deinem Job noch fremd?

Falls in Deinem LKW keinerlei Assistenzsysteme verbaut sind, ist dieser wohl nicht eines der modernsten Exemplare. Der Arbeitgeber sollte sich stets darum bemühen, mit der Zeit zu gehen, besonders wenn es um die Sicherheit seiner LKW-Fahrer geht. Bist Du mit Deinem LKW und Deinem Job an sich unzufrieden? Bei TruckJobs kannst Du innerhalb weniger Minuten und ganz ohne Registrierung kostenlos einen Überblick passender Jobangebote einsehen. Willst Du vom Fernverkehr in den Nahverkehr wechseln? Auch das ist kein Problem. Gib einfach Deine Vorstellungen Deines neuen Jobs an und erhalte direkt passende Jobangebote.



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Quellen:

www.mbs-mercedes-benz.de

www.wikipedia.de


Autor: Jan Wöbken

Susanne Martens-Ulrich
Susanne Martens-Ulrich
Geschäftsführerin

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